Kurze Stadtgeschichte in Zahlen
Kurze Stadtgeschichte in Zahlen:
4000 v. Chr. Steinzeitliche Siedlungen auf dem Domberg
Ab 6. Jh. n. Chr.: Der Bamberger Raum wird sowohl von Franken, als auch von Slawen besiedelt.
Um 800: Landnahme durch Karl den Großen. Das Gebiet an Regnitz und Main wird in Grafschaften und Gaue eingeteilt und kirchlich organisiert.
902: Regino von Prüm (+ 915) erwähnt in seiner großen Weltchronik im Zusammenhang mit der Babenberger Fehde erstmals ein „castrum babenberh“.
Nach dem Tod des letzten Babenbergers 906 wird Bamberg Krongut.
964 – 966: Kaiser Otto I. hält den von ihm abgesetzten italienischen König Berengar und dessen Familie auf der Burg Bamberg gefangen. Bamberg muß wohl ein sicherer, aber auch ein sehr vornehmer Ort gewesen sein. Nach seinem Tod 966 wird Berengar in Bamberg sogar bestattet.
973: Kaiser Otto II. schenkt seinem Cousin, dem Bayernherzog Heinrich dem Zänker, am 27. Juni 973 die Burg Bamberg.
995: Nach dem Tod des „Zänkers“ erbt dessen Sohn Heinrich das Herzogtum Bayern und damit auch Bamberg.
1000: Heinrich schenkt seiner Gemahlin Kunigunde, der Tochter des luxemburgischen Grafen Siegfried I., Bamberg mit den dazugehörigen Gütern als Morgengabe.
1002: Nach dem überraschenden Tod seines Großcousins Kaiser Otto III. in Italien setzt sich Heinrich als ostfränkisch-deutscher König durch. Erzbischof Willigis von Mainz krönt und salbt ihn am 8. Juni zum neuen König. Kunigunde, die in Mainz nicht anwesend war, wird am 10. August in Paderborn nachgekrönt.
1003/1004: Heinrich II. beginnt mit dem Dombau.
1007: Am 1. November bestätigen die Reichsbischöfe auf der Synode von Frankfurt am Main die Gründung des Bistums Bamberg.
1012: Am Geburtstag des Königs, dem 6. Mai, wird der Bamberger Dom in Anwesenheit des Herrscherpaares und über 40 Bischöfen feierlich eingeweiht.
1014: Heinrich II. und Kunigunde werden in Rom am 14. Februar von Papst Benedikt VIII. zum Kaiser bzw. zur Kaiserin gekrönt.
1015: Kaiser Heinrich II. gründet zusammen mit Bischof Eberhard von Bamberg das Benediktinerkloster auf dem Michelsberg im Norden der Stadt. Es entwickelt sich innerhalb weniger Jahre zu einem geistlichen Zentrum ersten Ranges.
1020: Papst Benedikt VIII. besucht Bamberg und feiert hier zusammen mit dem Herrscherpaar das Osterfest. Außerdem weiht er die Stiftskirche St. Stephan.
1021: Die Benediktinerkirche St. Michael wird in Anwesenheit Kaiser Heinrichs II. und zahlreicher Bischöfe geweiht.
1024: Kaiser Heinrich II. stirbt am 13. Juli in der Pfalz Grone (heute ein Stadtteil Göttingens) und wird gemäß seinem Vermächtnis nach Bamberg überführt und in „seinem“ Dom begraben.
1033: Kaiserin Kunigunde stirbt am 3. März im Kloster Kaufungen.
1047: Papst Clemens II., zuvor Bischof Suidger von Bamberg, stirbt in Italien. Trotz massivem Widerstand der römischen Kurie gelingt es den Leichnam nach Bamberg zu bringen und ihn im Westchor des Domes beizusetzen, so wie es der letzte Wille des Papstes gewesen sein soll. Bamberg ist heute im Besitz des einzigen Papstgrabes nördlich der Alpen.
1081: In der Nacht vom 3. auf den 4. April brennt der Dom und der „Sand“, das Gebiet am Fuße des Domberges fast völlig nieder.
1102: Bischof Otto I. von Bamberg (*ca. 1069, + 1139) erhält an Weihnachten das Bistum übertragen. Als vortrefflicher Diplomat ist er an den Verhandlungen im Vorfeld des „Wormser Konkordats“ beteiligt, die Urkunde selbst trägt seine Unterschrift, außerdem gelingt ihm die friedliche Mission der Pommern
1122: Auf dem Michelsberg brauen die Benediktiner Bier.
1146: Am 14. März spricht Papst Eugen III. Kaiser Heinrich II. heilig. Er ist der einzig ostfränkisch-deutsche Herrscher, dem diese Würde zu Teil wird.
1185: Der Bamberger Dom brennt erneut. Die Beschädigungen sind so schwer, daß man ab ca. 1190 einen neuen Kirchenbau an gleicher Stelle errichtet.
1189: Bischof Otto I. wird in den Kreis der Heiligen aufgenommen. Sein Grab befindet sich bis heute auf dem Michelsberg.
1200: Kaiserin Kunigunde wird von Papst Innozenz III. „zur Ehre der Altäre erhoben“. Sie ist damit die dritte erfolgreiche Heiligsprechung der Bamberger Kirche innerhalb von 56 Jahren.
1208: König Philipp von Schwaben wird von Pfalzgraf Otto von Wittelsbach in Bamberg ermordet.
1227: Auf der Flucht vor ihrem Schwager gelangt Elisabeth von Thüringen zu ihrem Onkel dem Bamberger Bischof Eckehard von Andechs-Meranien.
1237: Am 6. Mai wird der „dritte“ Bamberger Dom geweiht.
1338- 1421: Die „Obere Pfarre“ am Kaulberg wird im gotischen Stil neu gebaut.
1349: Die Pest wütet in der Stadt.
1386: Die Bamberger Bürger errichten ihr Rathaus auf der Oberen Brücke, mitten im linken Regnitzarm.
1430: Die Hussiten plündern die Stadt. Gegen die Zahlung von 12.000 Gulden verzichten sie auf die Brandschatzung und ziehen wieder ab.
1431: Im sogenannten „Muntäter-Krieg“ fordern die Bamberger Bürger vom Bischof das Recht zum Mauerbau und die Aufhebung der geistlichen Immunitäten. 1435 endet diese Auseinandersetzung mit der Niederlage der Bürger.
1439: Der Bamberger trinkt pro Kopf ca. 440 Liter Bier im Jahr.
Um 1450: Das Brückenrathaus und die Obere Brücke werden nach einem Brand neu errichtet.
1489: Fürstbischof Heinrich III. Groß von Trockau erläßt ein Dekret demnach nur Wasser, Hopfen und Malz zum Bierbrauen verwendet werden darf.
1506: Der Bamberger Hofmeister Johann Freiherr zu Schwarzenberg verfaßt die „Bamberger Halsgerichtsordnung“, die zum Vorbild für die “Constitutio Criminalis Carolina“ Kaiser Karl V. werden sollte.
1525: Reformation und Bauernkrieg sind zwar auch in Bamberg spürbar, verändern jedoch die politischen Verhältnisse in der Stadt und im Hochstift kaum.
1533: Das „Fürstbischöfliche Braune Bierhaus“ (heute Klosterbräu) wird gegründet.
1536: Die Brauerei „Spezial“ in der heutigen Oberen Königstraße wird erstmals urkundlich erwähnt.
1553: Im zweiten Markgräflerkrieg nimmt Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth die Altenburg in Bamberg ein, plündert und brennt sie nieder.
1568-1573: Die Renaissancebauten in der Alten Hofhaltung entstehen.
1595: In Bamberg wird das erste Todesurteil wegen Hexerei vollstreckt.
1618-1648: Der 30jährige Krieg hinterläßt auch in Bamberg deutliche Spuren. Angeblich soll im Dom sogar Gras gewachsen sein.
1633: Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim stirbt im Exil. Unter seiner Regierung gab es zwischen 1623 und 1631 ca. 900 Hexenprozesse mit ca. 300 Todesopfern in der Stadt, dazu kommen noch etwa 900 Todesurteile im Hochstift Bamberg. Seine Nachfolger nehmen die Hexenverfolgung nicht wieder auf.
1647: Bischof Otto von Salzburg gründet in Bamberg die „Academia Ottoniana“. Die Universität bestand zunächst nur aus einer theologischen und einer philosophischen Fakultät.
1649: Die Brauerei „Fäßla“ wird gegründet.
1670: Gründung der Brauerei „Mahrs Bräu“.
1678: Die Brauerei „Schlenkerla“ wird gegründet.
1693: Lothar Franz von Schönborn wird zum Fürstbischof gewählt. Ab 1695 wird er zusätzlich Kurfürst und Erzbischof von Mainz. Unter ihm beginnt die barocke Umgestaltung Bambergs durch so berühmte Baumeister wie die Gebrüder Dientzenhofer oder Balthasar Neumann.
1718: Die „Müllersche Brauerei zu Gaustadt“ heute Privatbrauerei „Kaiserdom“ wird gegründet.
1719: Der Bamberger Domherr von Greifenklau gründet die Brauerei „Greifenklau“.
1729: Friedrich Carl von Schönborn folgt seinem verstorbenen Onkel auf den Bamberg Bischofsstuhl nach.
1739: Friedrich Carl von Schönborn ist ein großer Förderer der Universität, die er um eine juristische Fakultät erweitert.
1746: Friedrich Carl von Schönborn stirbt, sein Nachfolger wird Johann Philipp Anton von Franckenstein.
1749: Die Universität erhält mit dem Lehrstuhl für Medizin ihre vierte Fakultät.
1755: Unter dem Fürstbischof Franz Konrad von Stadion wird die Barockisierung des Alten Rathauses abgeschlossen.
1779: Franz Ludwig von Erthal wird zum Fürstbischof in Bamberg gewählt. Als aufgeklärter Fürst regiert er unter dem Motto: „ Der Fürst ist für das Volk da, nicht das Volk für den Fürsten!“
1784: Eine gewaltige Flutwelle überschwemmt in der Nacht des 27. Februars die gesamte Innenstadt. Zahlreiche Brücken werden von den Wassermassen völlig zerstört. Am Hochzeitshaus steht das Wasser etwa 2 Meter hoch.
1787: Das von Fürstbischof von Erthal errichtete „Erste allgemeine Krankenhaus“ nimmt seinen Betrieb auf. Zugleich führt der Bischof eine Krankenversicherung für alle Gesellen und Mägde ein. Sie wird 1806 vom Königreich Bayern übernommen und ist das Vorbild für die Bismarck`schen Sozialgesetze.
1802: Das Hochstift Bamberg fällt an das spätere Königreich Bayern und wird am 1. September von bayerischen Truppen besetzt.
1803: Die Universität wird aufgelöst. Die theologische und die philosophische Fakultät bestehen jedoch weiterhin.
1806: Napoleon bezieht in der Neuen Residenz Quartier. Hier unterschreibt er die Kriegserklärung an Preußen.
1807: Der Philosoph Hegel ist für ein Jahr in der Stadt als Zeitungsredakteur tätig. Außerdem verlegt er hier seine „Phänomenologie des Geistes“, was ein Zeichen für die liberale Zensur in der Stadt ist.
1808-13: E.T.A. Hoffmann ist als Theaterkapellmeister am Bamberger Theater beschäftigt. Diese Bamberger Jahre werden für den Dichter zu „Lehr- und Marterjahre“, inspirieren ihn jedoch zu zahlreichen Geschichten und literarischen Figuren.
1817: Das Bistum Bamberg wird im Bayerischen Konkordat zum Erzbistum erhoben.
1818: 65 Brauereien brauen in Bamberg gewerblich Bier.
1843: Der Ludwig-Donau-Main-Kanal, der Bamberg mit Kehlheim verbindet, wird eröffnet.
1844: Bamberg wird an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
1848-1849: Bamberg ist ein Zentrum der Märzrevolution in Franken. In den „14 Bamberger Artikel“ fordern die Revolutionäre Grundrechte, wie die Redefreiheit, die Selbstregierung des Volkes usw.
1867: Gründung der Brauerei „Keesmann“.
1894: Die Brauerei „Meisel“ wird gegründet.
1907: Die Bamberger Gaststätten, mit Ausnahme von Weierich und Mondschein, erhöhen den Bierpreis von 10 auf 11 Pfennige pro halben Liter. Die Bamberger boykottieren daraufhin die Wirtschaften und nach einer Woche wird die Preiserhöhung zurückgenommen.
1910: 34 Brauereien produzieren etwa 135.000 Hektoliter Bier.
1918: In München wird die Räterepublik ausgerufen. Daraufhin fliehen die bayerische Regierung und der Landtag nach Bamberg und verabschieden am 14. August 1919 die „Bamberger Verfassung“, die bis 1933 in Kraft bleibt.
1923: Aus dem königlichen Lyzeum wird die Philosophisch-Theologische Hochschule.
1933: Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kommt es in Bamberg zu ersten Verhaftungen politisch Andersdenkender.
1938: In der Reichsprogromnacht am 9. November werden die Synagoge und Geschäfte, Häuser und Wohnungen jüdischer Bürger zerstört.
1939: Die Nazis verbieten die Priesterausbildung an der Hochschule.
1944: Am 31. März kommt es zu einem ersten Bombenangriff auf das Stadtgebiet, im Januar, Februar und April 1945 folgen fünf weitere Bombenangriffe, die jedoch in der Altstadt kaum größere Schäden anrichten.
1945: Deutsche Truppen sprengen am 10. und 13. April sämtliche Bamberger Brücken, um den Vormarsch der US-Amerikaner nach Norden aufzuhalten. Am 13. und 14. April besetzen amerikanische Truppen die Stadt. Mitte Oktober befinden sich mehr als 100.000 Menschen, sowohl Einwohner, wie auch Flüchtlinge in der Stadt.
1946: Zufällig gelangten große Teile des deutschen Orchesters in Prag auf ihrer Flucht nach Bamberg, wo sie sich als „Bamberger Symphoniker“ zu einem neuen Orchester zusammenfinden.
1950: Sie „Sandkerwa“ wird vom Bürgerverein IV. Distrikt ins Leben gerufen. Die Kirchweih der kleinen Elisabethenkapelle im Sand Ende August ist heute das größte Volksfest Oberfrankens. Seine Höhepunkte sind das Fischerstechen und das Abschlußfeuerwerk.
1954: Das bayerische Kultusministerium hebt die Hochschule auf. Erhalten bleibt erneut nur die Priesterausbildung.
1962: Bamberg wird an den Rhein-Main-Donau-Kanal angeschlossen.
1972: Die Universität wird als Gesamthochschule wieder errichtet, beschränkt auf geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer.
1976: Einweihung der Fußgängerzone
1979: Die Gesamthochschule wird zur „Universität Bamberg“ umbenannt.
1981: Die UNESCO ernennt die größte erhaltene, deutsche Altstadt (über 2200 denkmalgeschützte Gebäude) zum Stadtdenkmal.
1988: Die Universität wird zu Ehren ihres Gründers Bischof Otto von Salzburg und ihres Förderers Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn in Otto-Friedrich-Universität umbenannt.
1993: Die Symphoniker erhalten fast 50 Jahre nach ihrer Gründung mit der Konzert- und Kongreßhalle endlich ein „Zuhause“.
Die UNESCO erkennt der Altstadt Bambergs den Titel „Weltkulturerbe der Menschheit“ zu.
2001: Über 2,5 Mio. Menschen besuchen Bamberg.
2002: Die Bayerische Landesaustellung mit dem Titel „Heinrich II. und seine Zeit“ findet auf dem Domberg statt und zieht 10.000ende Besucher an.